Abstimmen in der Schweiz

Eine bestimmte Sache beschäftigte mich in der letzten Zeit besonders: Abstimmen in der Schweiz. Zuallererst bin ich unglaublich stolz auf unser politisches System, welches eines der besten weltweit ist. Laut dem Global Democracy Ranking 2015 sind wir an zweiter Stelle, nach Norwegen. Nichtsdesdotrotz, finde ich, könnte und sollte die Wahlbeteiligung höher sein.

Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte beispielsweise die Wahlbeteiligung 2015, die bei rund 48,5 % lag. Heisst das nicht, dass mehr als die Hälfte aller Schweizer Bürger sich nicht für die politischen Entscheide interessiert? Ist ihnen nicht wichtig, was in der Schweiz passiert oder wie diese unsere Zukunft beeinflussen könnten? Gab es nicht einmal eine Zeit, in der man noch für das Wahlrecht gekämpft hat?

Insbesondere heute, während wir gefährliche politische Trends und eine Zunahme von Populismus miterleben, sollten wir uns bewusst sein, was um uns herum passiert. Andernfalls könnte es passieren, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden und vor eine vielleicht nicht so rosige Zukunft.

Andererseits ist es unglaublich einfach in der Schweiz abzustimmen, weshalb ich die aktuelle Wahlbeteiligung auch nicht wirklich nachvollziehen kann. Man muss nicht mal mehr selbst das Wahlbüro am Abstimmungssonntag besuchen, es ist möglich brieflich abzustimmen. Die Wahlunterlagen dazu erhält man einige Zeit zuvor direkt nach Hause geschickt. Selbst ein Abstimmungsheft mit den wichtigsten Informationen wird mitgeliefert, verständlich erklärt. Doch noch immer gibt es so viele Menschen hier, die sich nicht einmal die Mühe machen, diese kurzgefasste Heft zu lesen oder sich eigenständig zu den Wahlen zu informieren.

Ich verstehe es nicht, wirklich nicht.

Selbst, wenn dieser Aufwand zu gross ist, gibt es noch immer Möglichkeiten sich unkompliziert zu informieren. Es gibt Webseiten wie die von Vimentis und Easyvote, welche die anstehenden Wahlthemen erklären und sogar noch informative Videos zur Verfügung stellen.

Nicht zu vergessen wäre da natürlich auch der Youtube-Kanal des Bundesrates.

Was könnte man sich denn noch wünschen?

Apropos, die nächsten Wahlen stehen auch schon wieder an am 12. Februar.

Bei weitem nicht jeder hat soviel Mitbestimmungsrecht, wie wir es haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Informiert euch, bildet euch eure eigene Meinung und geht wählen. Das sollte wirklich nicht zu viel verlangt sein.

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